DaWanda schließt – was nun?

Die allseits beliebte DIY – Webshop – Plattform DaWanda schließt – für immer. Es war schon länger angekündigt, doch nun ist es endgültig, ab 31.8.2018 geht DaWanda offline.
DaWanda war die Basis für viele Kleinunternehmer, die ihre Kunst- und Handarbeitsware schnell und unkompliziert im Web verkauft haben – und die Einkaufsplattform für qualitätsbewusste Kunden. Doch was nun? Handarbeit aufgeben? Eigenen Webshop starten oder zu ETSY wechseln ?

Was war DaWanda eigentlich?

DaWanda war eine DIY (Do-it-yourself) Shop – Plattform. DaWanda stellte eine Webshop Plattform zur Verfügung, in der sich viele Verkäufer von handgemachten (Kunst-) Waren im Einzel-, Null- und Kleinserienformat, Ihre eigene Webshop-Abteilung einrichten konnten. Ohne viel technisches Know-How und mit sehr wenig Aufwand konnte jeder Verkäufer schnell den eigenen Handel starten. Im Hintergrund agiert DaWanda als technisch ausgereifte und professionelle Handelsplattform – natürlich gegen entsprechende Einstellgebühr und Verkaufsprovisionen.

Shop anlegen, Produkte anlegen und los geht’s! Schnell und unkompliziert für den Verkäufer.

Doch der eigentlich viel, viel größere Mehrwert für den Verkäufer war der Bekanntheitsgrad von DaWanda und deren Fokus auf Handarbeitsware und Kleinkunst. DaWanda hat professionelles Online-Marketing betrieben und von diesem Markenwert profitierte jeder einzelne Verkäufer. Genauso wie bei E-Bay und Amazon profitieren Verkäufer von dem enormen Markenwert der Verkaufsplattformen. Online-Marketing ist aufwendig und entsprechend kostenintensiv, und darüber hinaus, ein kontinuierlicher Prozess. Auf Vertriebsplattformen wird das Online-Marketing an den Betreiber übertragen, der sich überwiegend darauf fokussiert. Der Verkäufer kann sich auf seine eigentliche Geschäftstätigkeit konzentrieren. Online Marketing erfordert Overhead-Aufwand der nicht direkt verkaufswirksam ist. Beim Overhead-Aufwand ist es egal, ob Sie einen einzelnen Verkäufer bewerben oder hundert. Online-Vertriebsplattformen teilen diesen Aufwand auf alle Verkäufer auf, mit entsprechendem Vorteil für den Einzelnen.

Der Nachteil von solchen Plattformen liegt in der Konkurrenzsituation. Die Konkurrenz vertreibt auf der selben Plattform im direkten Vergleich vor dem Kunden.

Zu Etsy.com wechseln?

DaWanda bietet ihren Verkäufern sowie Kunden den Wechseln zum amerikanischen Gegenstück Etsy.com an. Uns fehlen diesbezüglich jegliche Erfahrungen, als Verkäufer sowie als Kunde sollte man sich gegebenenfalls auf einige amerikanische Gepflogenheiten einstellen. Ansonsten zielen beide auf die selbe Zielgruppe der LOHAS („Lifestyle of Health and Sustainability“) ab. Durch diesen Fokus ist die Plattform sehr zielgerichtet und optimal für Verkäufer. Worauf man sich bei Etsy auf alle Fälle einrichten sollte, ist internationaler Vertrieb. Informieren Sie sich über Internationalen Handel und Versand. Gibt es noch andere Möglichkeiten? – Ja.

Amazon Handmade?

Die bei Weitem größte Online Vertriebsplattformen ist Amazon. Amazon betreibt auch einen eigenen Kanal für handgemachte (Kunst)Produkte. Amazon Handmade  bietet bei gewohnter Amazon Qualität eine mächtige Plattform – allerdings neben ebenso mächtiger Konkurrenz. Hinzu kommt in dem Fall noch die „Standard-Massenware“, die ebenfalls auf Amazon erhältlich ist und somit auch zur Konkurrenz wird. Wer bereit ist, neben dieser Konkurrenz aufzutreten, fischt im ganz großen, internationalen Gewässer.

E-Bay?

E-Bay verkauft und versteigert alles und an jeden und richtet sich deshalb nicht wirklich an eine gewisse Zielgruppe. Allerdings liegt hier der Vorteil im „versteigert und nicht verkaufen-Modus“: gerade bei kunstvollen Einzelstücken oder Kleinserien mit limitierter Auflage kann man eventuell bessere Preise erzielen, wenn man diese versteigert.

Es bietet auch eine Möglichkeit den wahren Marktwert seiner eigenen Ware herauszufinden, wenn man das Ergebnis von Versteigerungen analysiert.

Überall verkaufen?

Ja! Warum nicht! Prüfen Sie allerdings ganz genau die Verkaufsbedingungen (auch das Kleingedruckte!), die jede Plattform an Sie stellt. Bedenken Sie auch, dass jede weitere Plattform weitere Gebühren mit sich bringt! Kalkulieren Sie genau!

Eigener Webshop?

„Natürlich“, müsste jetzt unsere Antwort als geschäftstüchtige Online Marketing Agentur sein. Aber als seröse Webagentur AlpDesign sagen wir Ihnen ganz ehrlich: „Es müssen sehr gute Gründe vorliegen, ein eigenes Webshop Projekt zu starten!“ Diese Gründe sind aber sehr individuell und kaum allgemein zu nennen. AlpDesign bietet eine kostenlose Erstberatung und Erstanalyse für anstehende Online-Marketing und E-Commerce Projekte an. Bitte kontaktieren Sie uns…

Ganz allgemein lässt sich festhalten:

  • Eigenständige Webshop Projekte sind kaum erfolgreich, wenn Ihnen das Kapital für die Erstellung und für regelmäßiges Online Marketing fehlt. Minimum 3000EUR für die Erstellung und 300-500EUR pro Monat für Werbung. Der große Aufwand ist nicht der Shop, sondern integrierte Online-Marketing Techniken.
  • Eigenständige Webshop Projekte sind dann sinnvoll, wenn Sie als lokaler, bekannter Einzelhändler Ihre Produkte auch online vertreiben wollen.
  • Eigenständige Webshop Projekte sind dann sinnvoll, wenn Ihre Produkte eine Nische bedienen, wenig Konkurrenz haben und Sie bei Ihren Kunden als Marke gut bekannt sind.
  • Eigenständige Webshop Projekte sind dann notwendig, wenn Ihre Produkte komplexer sind als einfache Versandware. Wenn Sie zum Beispiel Software-Lizenzen, variantenreiche, konfigurierbare Handarbeitsware, etc., vertreiben wollen.

Ihren ganz indiviuellen Fall analysieren wir gerne bei einem kostenlosen, unverbindlichen Erstgespräch.

Darf ich überhaupt online verkaufen?

Erstmal NEIN. Wenn Sie im Internet Ware vertreiben und das,

  • selbstständig (auf eigene Rechnung und Gefahr und in eigener Verantwortung),
  • regelmäßig (auf Dauer angelegt, nachhaltig oder einmalig mit Wiederholungsabsicht) und
  • in Ertragsabsicht (man möchte damit Geld verdienen)

geschieht, ist es gewerbsmäßig. Und dafür muss man ein Gewerbe anmelden. Sich als  Privatperson „nebenbei etwas dazuverdienen“ geht nicht.

Österreichische Gewerbeordnung

Im Zuge des Gewerbes werden dann auch entsprechende Meldungen an das Finanzamt notwendig.

Soviel Aufwand? Nein. Es ist in Österreich völlig unkompliziert und fast kostenlos ein Gewerbe anzumelden, sofern man das zum ersten mal macht und gewisse Umsatz und Gewinngrenzen nicht übersteigt. Es entstehen kaum regelmäßige Kosten und Abgaben. Mehr Details zu Neugründung.

Man kann auch neben einer beruflichen Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Nebengewerbe unkompliziert gründen, wichtig hierbei genau den bestehen Arbeitsvertrag lesen. Es kann vom Arbeitgeber Genehmigungs- oder Benachrichtigungspflicht bestehen!

Wir beraten Sie gerne, bitte kontaktieren Sie uns!

AlpDesign Webdesign Tirol. Ihr Partner im Webdesign und OnlineMarketing.

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